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Ein Student kommt wütend aus der Prüfung. Er zückt sein Handy und schreibt auf Facebook:“Tod und Hass der Wirtschaftsmathematik!” Ein paar Wochen später posted der Student “Under-Pressure” von Queen mit dem Text:“Wirtschaftsmathe, final call, nicht Genügend sondern Befriedigend. http://www.youtube.com/watch?v=BWdLt3Afjrg”

Diese zwei Posts sind der Anfang und das Ende der Geschichte die ich hier erzähle. Wie es sich für eine Geschichte gehört, hat sich zwischen Anfang und Ende einiges getan. Die zwei Klammern stehen zu einenander in einer Beziehung die einen spannenden Weg gegangen sind. Aber beginen wir am Anfang. “Tod und Hass der Wirtschaftsmathematik.” Was passiert hier? Ein Student hat eine Wut auf eine Prüfung und teilt das mit anderen Gleichgesinnten. Aber kann ein man eigentlich eine Wut auf eine Prüfung haben? Kann man einer Prüfung Tod wünschen oder sogar Hassen? In klassischen soziologischen Konzepten ist das schwierig. Eine Prüfung ist kein Mensch der Student meint damit etwas anderes. Die Prüfung steht für irgendetwas, das es zu entdecken gilt. Ich will hier aber niemanden in soziologische Schablonen pressen. Ich halte mich an Latour folge dem Studenten, der sagt, dass er ein Wut auf die Prüfung hat. Der Student verbindet sein Emotionen, seine Gefühle mit der Prüfung. Man könnte sagen er übersetzt seine Gefühle in eine Nachricht. Diese Nachricht wird in einer Gruppe auf Facebook gepostet, die von BWL-StudentInnen gegründet worden ist. Auf dieser Plattform hat man sich seit Tagen über die anstehende Prüfung ausgetauscht. Die Gruppe hat über 1000 Mitglieder und die Nachricht hat so, viele StudtetInnen erreicht. In kürzerster Zeit löste diese Nachricht eine Welle von Kommentaren aus. Über 100 Personen klickten bei dem Post auf “Gefällt mir”. Es entstand das Gefühl, das der Post die StudentInnen einte. Er konnte in die Gefühle vieler StudentInnen zurück übersetzt werden. Der Post repräsentierte die StudentInnen. Man entschied, dass die Prüfung ein Problem war. Ein Problem das beseitigt werden musste. Un abhängig von einander gründeten sich Protest-Seiten auf Facebook und eine Gruppe in der Lösungen zu dem Problem gefunden werden sollte. Die Gruppe nannte sich “Operation Wirtschaftsmathe”. Ein Projekt war geboren, in dem StudentInnen mit Hilfe von Facebook etwas gemeinsam gegen die Prüfung machen wollten.

Die Gefühle eine Studenten wurden über Umwege in ein Projekt übersetzt. Die Prüfung gibt es seit 30 Jahren. Und laut den ProfessorInnen gibt es die Probleme mit dieser Prüfung auch schon so lange. Warum passiert gerade jetzt so eine Bewegung? Dafür möchte ich noch einmal genau darauf eingehen wer alles an den Vorgängen bis jetzt beteiligt war. Als erstes haben wir den Studenten und die Prüfung. Für die Prüfung hat man fünf Versuche. Beim Termin vor dem Termin der der Auslöser für den Post war, sind über 80% der StudentInnen duchgefallen. Also auch die Statistik über den letzten Teil, verkürzt die leicht kommunizierbare Durchfallsquote, ist an den Gefühlen beteiligt gewesen. Dann wurde die Nachricht unmittelbar nach der Prüfung von einem sogenannten Smartphone aus gesendet. Also das Handy, mit der Funktion direkt und ohne Umwege auf Facebook zu posten war für den Post notwendig. Natürlich würde auch ohne Facebook die Nachricht nie entstehen hätte können.

Fasst man das zu sammen könnte man sagen die Nachricht besteht aus: Prüfung, Durchfallsquote, Student, Emotionen , Antritt, Smartphone und der Gruppe in der gepostet wurde.

Die Nachricht wird dann noch durch viele “Gefällt mir” und Kommentare angereichert. Das wiederum war nur möglich da viele Personen in kürzerster Zeit die Nachricht gelesen hatten. Vergleicht man die Kommentare auf diesen Post mit späteren oder denen davor, waren sie sehr emotional. Das heißt es war wichtig das sie schnell entstanden.

Auch die Gruppe wurde sofort in den nächsten Tagen gegründet und zerrte noch von den lodernden Flammen.

https://www.facebook.com/groups/316666361692555/ wie der name schon sagt, geht es darum, etwas gegen die derzeitige situation in wirtschaftsmathe zu unternehmen. an alle, die etwas beitragen wollen, bitte beitreten und mitdiskutieren! ;) Operation Wirtschaftsmathe (Amra Lebkuchenmädchen, Facebook 14. November)
Vorraussetzung für die Gruppe war natürlich die Funktion eine autonome Gruppe gründen zu können.

Vergleicht man hier Facebook mit der Sowi-Info-Lounge, einem Forum auf dem seit 2003 tausende Zeilen zu der Prüfung gepostet worden sind, haben wir auf Facebook eine ganz anderes Bild. In der Info-Lounge ist es nicht möglich autonom Gruppen zu gründen. Auch ist es viel schwieriger über so einen Post zu stolpern. Solche Nachrichten würden in einem ewig-langem Thread versickern. “Gefällt mir” zu einer Aussage ist nur als weitere gleichwertiger Kommentar im Fluss möglich. Nach spätestens zehn Kommentaren wäre das Thema wieder gegessen.

Aber dem war nicht so. Die Gefühle der einzelnen Personen wurden in Gruppengefühle übersetzt. Über diese Gruppe berichtete nun die Kleine Zeitung.

Binnen weniger Tage hat sich an der BWL-Fakultät in Graz eine Protestbewegung via Facebook formiert: Die enormen Durchfallquoten bei Mathematik bringen Hunderte Studierende in Rage. Professoren sind der Ansicht, die Studierenden bereiten sich zu schlecht auf die Prüfung vor. (Kleine Zeitung, 17.11.2011)
Auch sie redet von Facebook, den Druchfallquoten, den Studenten und eine neue Gruppe, die Professoren. Aber die Kleine Zeitung bringt auch das erste mal die ProfesorInnen zum Sprechen.[1]

Ulrich Pferschy, Professor am Institut für Statistik und Operations Research, das diese Vorlesung plus Übung betreibt, bestätigt das Problem: “Es begleitet uns seit Jahrzehnten. {[}…{]}” Am Institut habe man “diese starke Tradition im mathematisch-statistischen Bereich”, anderswo - in Klagenfurt oder an der WU Wien - habe man ein “eher dünnes Niveau”. Die Studierenden würden sich zu wenig vorbereiten, besondere Probleme hätten Schüler der HTL, HTBLA und der HAK, die “oft auf Jahre hinaus wenig Mathematik hatten”. (Ebd.)
Den Vorwurf einer Knock-Out-Prüfung der öfters von den StudentInnen kam wurde bestritten.

Weiters wurde Stefan Thum der ÖH-Vorsitzende der Karl-Franzens-Universität als “Studenten-Chef” eingeführt, der meinte “{[}…{]} wir müssen noch genau analysieren, was an den Ergebnissen schuld ist.”

  1. Pferschy meint später, dass der Reporter ihm in der Zeitung die Worte im Mund umgedreht hat.

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